Prospektion

Allgemeines
Vorgehensweise

Allgemeines

Prospektionen werden durchgeführt, um nähere Informationen über den Erhaltungszustand sowie die Ausdehnung eines Bodendenkmals bzw. von Fundstellen zu erlangen.

Dies ist besonders im Vorfeld von Baumaßnamen sinnvoll. Der Auftraggeber gewinnt durch diese archäologische Maßname Erkenntnisse darüber, ob und in welcher Art archäologische Befunde bei einer Ausgrabung zu erwarten sind.


Dauer, Umfang und Kosten einer Ausgrabung lassen sich dadurch besser abschätzen.

   
 

Vorgehensweise

Eine grundlegende Methode der archäologischen Prospektion ist die systematische Feldbegehung im Bereich landwirtschaftlich genutzter Flächen.

Das Begehen erfolgt in festgelegten Reihen und vorgegebenen
Abständen.

Dabei werden die durch den Pflug aus dem Untergrund an die
Oberfläche verlagerten Funde gesammelt, eingemessen und kartiert. (Bild 1, 2 und 3).


Im Innendienst werden die Messwerte in Pläne umgesetzt. Diese geben nun das Bild der Geländeoberfläche und der Fundverteilung mit den Fundkonzentrationen exakt wieder.

Begehung
Bild 1 Begehung eines Feldes
 
Einzeleinmessung
Bild 2 und 3 Einzeleinmessung der Funde
 

Kartierung der Funde
Bild 4
Kartierung der eingemessenen Funde.

digitales Geländemodell
Bild 5 Dreidimensionales digitales Geländemodell mit kartierten Fundplätzen.
Fundverteilungskarte
   Bild 6 Fundverteilungskarte

Daraus ergeben sich Rückschlüsse über Lage und Ausdehnung der im Boden ruhenden Kulturreste (Bild 4, 5 und 6).

Die aufgesammelten Funde dienen der Bestimmung und zeitlichen Einordnung der Fundstelle.

Teilweise ist es auch sinnvoll, kleinere Schürfungen bzw. Suchschnitte anzulegen, um nähere Informationen über Art, Beschaffenheit und Erhaltung des Bodendenkmals zu gewinnen.

 

Eine Methode der archäologischen Tiefenprospektion ist die Kernbohrung. Auch hierüber lassen sich Aufschlüsse über Tiefe und Erhaltung von Befunden gewinnen, wie auch über den geologischen Aufbau des Untergrunds
(Bild 7 und 8).

 

Bohrung und Auswerung
Bild 7 und 8 Bohrung und erste Auswertung des Kerns
 

Neben Geländebegehungen, Suchschnitten und Bohrungen bieten sich zur archäologischen Prospektion unter anderem Messverfahren aus der Angewandten Geophysik an. Hier haben sich insbesondere Verfahren der Geoelektrik, der Elektromagnetik und vor allem der Magnetik bewährt.

Magnetfeldmessungen mit Hilfe eines Magnetometers beruhen auf der Erkenntnis, dass sich bei der magnetischen Aufnahme einer Fläche über dem Boden menschliche Tätigkeiten als positive bzw. negative Abweichungen von der Stärke des Erdmagnetfeldes niederschlagen können. So lassen sich stark magnetische Körper wie etwa eisenhaltige Objekte oder auch Materialien aus gebranntem Lehm und Ton in Feuerstellen oder Brennöfen orten.

 

Der Messvorgang erfolgt durch das gleichmäßige Einmessen von Punkten auf vorher festgelegten Längsachsen (Bild 9).

Auch hier beschleunigt der Einsatz moderner Magnetometer in Verbindung mit elektronischer Datenverarbeitung sowohl den Messvorgang als auch die Ausgabe und Auswertung der Ergebnisse. Spezielle EDV-Programme ermöglichen die graphische Umsetzung der Messergebnisse. Die Kartierung der ausgewerteten Magnetfeldmessung erfolgt zumeist in Grauwertedarstellung. Hierbei heben sich auffällige Bereiche durch starke positive und negative Abweichungen deutlich von ihren Umfeldern ab und umreißen die Lage und Ausdehnung einer Fundstelle
(Bild 10).

Einmessung
Bild 9 Einmessung
 
Rasterbild der Magnetkartierung
Bild 10 Rasterbild der Magnetikkartierung im gleichen Bereich wie in Bild 9, der helle Bereich markiert positive Befunde.
 
 
 
Entwurf, Konzept und Umsetzung: Minerva-IT
Köln / Koblenz im Mai 2001